Dass die „Schutzgemeinschaft Deutsches Wild“ den Dachs zum Tier des Jahres gewählt hat, kann eigentlich niemanden verwundern. Denn Ehre wem Ehre gebührt. So wurde auch zur diesjährigen Frühkirmes das Doppeldorf am Herzen der Welt wieder von einer großartig aufgelegten Zuggemeinschaft beehrt, die sich an Jubel, Trubel, Heiterkeiten wieder kaum zu überbieten wusste.

Warum es einer Schutzgemeinschaft für den Dachs bedarf, wurde vor allem zu Beginn des Schützenauftaktes unter Beweis gestellt. Dabei bleibt der amüsierte Blick auf die Gerüchteküche der ländlichen Gefilde, vor allem aber die Tatsache dass es um den geilsten Zug der Welt niemals still werden wird, hängen. „Anpassung never – Dachse forever!“ bleibt das Motto dieser Zuggemeinschaft, auch wenn die Gemüter ruhiger, die Haare grauer und die Kinder zahlreicher werden – irgendwie schaffen sie es sogar, dass etwas passiert das nie passiert ist. Oder hat doch Aiko…?

Die Unmengen von Kindern, für die sich mittlerweile fast eine eigene gut aussehende Kindergärtnerin mit großen Brüsten und nettem Popo lohnen würde – zumindest aus der Sicht eines Kinderlosen – bestimmten am nächsten Tag vorerst den Lautstärkepegel beim Familiengrill. Da der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, wurde es entsprechend chaotisch. Lediglich die Unglaubensbekundungen über den Zwischenstand eines Bundesligaspieles in Hannover konnte glaubend machen, dass auch Erwachsene im Kinderparadies zugegen waren.

Die besagten Erwachsenen verstanden es währenddessen sich fürstlich in Form zu bringen für den folgenden Abend, bei dem Glückseligkeit herrschte wie bei Happy Hour auf dem Straßenstrich. Neu-Probemitglied Marcel durfte gleich zu Beginn seiner noch jungen Karriere in den dicht geschlossenen und nach langer Zeit endlich wieder vollzähligen Reihen der Jungen Dachse marschieren. So wurde er Zeuge einer wiedermal von Zucht und Ordnung geprägten Runde – in Mitten eines glücklichen Sauhaufens, der sich gleich darauf dran machte im Zelt wieder einmal Vollgas zu geben und seine Feiergeilheit unter Beweis zu stellen. Ungemerkt wurde dabei auch in Sachen Tagesabschluss ein neuer Rekord eingefahren, von dem die wenigsten noch etwas zu berichten wüssten. Aber Spaß haben sie gehabt.

Spaß, der immerhin fünfen den letzten Tag gekostet hat. Was früher noch mit einem Schnaps heruntergespült wurde, sorgt im Alter dann wohl doch zu Vernunftentscheidungen zu Gunsten der am Montag wieder aufzunehmenden Arbeit. Doch denjenigen die da waren blieb der Spaß daran sich an den Geschichten der vergangenen Tage zu belustigen und wieder einmal festzustellen: Die Dachse sind die geilsten – oder auch: Der Dachs ist Tier des Jahres!